Modul 6: Bewegung & Alltag
Warum sanfte Bewegung mehr bewirkt als jedes Trainingsprogramm
1. Bewegung – ein Wort mit vielen Missverständnissen
Für viele Menschen über 60 löst das Wort Bewegung gemischte Gefühle aus.
Manche denken sofort an:
- Sportprogramme
- Fitnessstudios
- Trainingspläne
- Leistungsdruck
- Vergleiche
Andere haben vielleicht schlechte Erfahrungen gemacht:
- Überforderung
- Schmerzen
- Verletzungen
- das Gefühl, „nicht mehr mithalten zu können“
Dieses Modul möchte Bewegung neu definieren.
Nicht als Training.
Nicht als Pflicht.
Nicht als Mittel zur Selbstoptimierung.
Sondern als sanfte Unterstützung Ihres Körpers – im Alltag, in Ihrem Tempo, angepasst an Ihre Lebensrealität.
2. Warum Bewegung ab 60 so wichtig ist – und gleichzeitig anders
Mit zunehmendem Alter verändert sich nicht nur der Stoffwechsel, sondern auch:
- die Muskelspannung
- die Gelenkbeweglichkeit
- das Gleichgewicht
- die Regenerationsfähigkeit
Bewegung bleibt wichtig – aber nicht jede Bewegung ist hilfreich.
Der Körper profitiert jetzt besonders von:
- Regelmäßigkeit statt Intensität
- kleinen Impulsen statt Überlastung
- Mobilisation statt Leistung
- Freude statt Pflicht
Schon kurze, sanfte Bewegungseinheiten können:
- die Durchblutung fördern
- die Verdauung anregen
- den Stoffwechsel unterstützen
- das Wohlbefinden steigern
3. Bewegung und Abnehmen – ein realistischer Blick
Ein weit verbreiteter Mythos lautet:
Man muss sich viel bewegen, um abzunehmen.
Gerade ab 60 stimmt das so nicht mehr.
Bewegung ist kein primäres Werkzeug zur Kalorienverbrennung.
Ihr größter Nutzen liegt woanders:
- Erhalt von Muskelmasse
- Unterstützung des Stoffwechsels
- Verbesserung der Insulinsensitivität
- Stabilisierung des Nervensystems
Bewegung hilft dem Körper, besser mit Nahrung umzugehen, nicht sie „abzuarbeiten“.
4. Warum zu viel Bewegung schaden kann
Viele Menschen glauben, sie müssten „mehr machen“, um Ergebnisse zu sehen.
Doch zu viel oder zu intensive Bewegung kann:
- den Körper stressen
- den Cortisolspiegel erhöhen
- Entzündungen fördern
- den Appetit verstärken
- die Regeneration stören
Ein gestresster Körper speichert eher – auch das ist ein Schutzmechanismus.
Dieses Programm setzt deshalb bewusst auf Entlastung statt Erschöpfung.
5. Bewegung als Teil des Alltags – nicht als Zusatz
Der größte Fehler vieler Bewegungsprogramme ist, dass sie Bewegung on top setzen:
zusätzlich, extra, zeitaufwendig.
Für viele Menschen ist das im Alltag kaum umsetzbar.
Dieses Modul verfolgt einen anderen Ansatz:
👉 Bewegung darf Teil Ihres normalen Tages sein.
Beispiele:
- Spaziergänge
- Wege bewusst zu Fuß gehen
- leichte Dehnungen
- Mobilisation zwischendurch
- Aufstehen, Strecken, Atmen
Diese Bewegungen wirken kumulativ – sie summieren sich.
6. Spazierengehen – unterschätzt und hochwirksam
Spaziergänge sind eine der besten Bewegungsformen ab 60.
Sie:
- fördern die Durchblutung
- unterstützen die Verdauung
- verbessern die Insulinwirkung
- wirken stressreduzierend
- sind gelenkschonend
Schon 10–20 Minuten täglich können einen spürbaren Unterschied machen.
Nicht Tempo oder Strecke zählen – sondern Regelmäßigkeit.
7. Bewegung und Verdauung
Sanfte Bewegung wirkt direkt auf den Verdauungstrakt.
Besonders hilfreich sind:
- Spaziergänge nach dem Essen
- leichte Dreh- und Mobilisationsbewegungen
- bewusstes Atmen
Viele Menschen berichten:
- weniger Völlegefühl
- weniger Blähungen
- mehr Leichtigkeit
Bewegung ersetzt keine Ernährung – aber sie unterstützt sie deutlich.
8. Die Rolle des Nervensystems
Ein oft unterschätzter Aspekt: Bewegung wirkt auf das Nervensystem.
Sanfte, rhythmische Bewegung:
- beruhigt
- senkt Stresshormone
- fördert Entspannung
Das ist besonders wichtig, weil Stress ein zentraler Faktor beim Jo-Jo-Effekt ist.
Bewegung darf beruhigen – nicht antreiben.
9. Schmerzen, Einschränkungen und Grenzen respektieren
Viele Menschen über 60 leben mit:
- Gelenkproblemen
- Rückenschmerzen
- Arthrose
- eingeschränkter Beweglichkeit
Dieses Modul lädt Sie ein, Grenzen zu respektieren.
Schmerz ist kein Trainingsreiz.
Er ist ein Signal.
Jede Bewegung sollte sich:
- machbar
- sicher
- wohltuend
anfühlen.
10. Kleine Rituale statt großer Vorsätze
Statt sich vorzunehmen:
„Ich muss mich mehr bewegen“
ist es hilfreicher zu fragen:
„Welche kleine Bewegung kann ich täglich integrieren?“
Beispiele:
- 5 Minuten nach dem Frühstück
- 10 Minuten am Nachmittag
- kurze Dehnpause am Abend
Diese kleinen Rituale sind oft nachhaltiger als große Pläne.
Der große Selbsttest zu Modul 6
Wie bewege ich mich – und was tut mir gut?
Teil A: Meine Beziehung zu Bewegung
☐ Bewegung ist für mich Pflicht
☐ Bewegung stresst mich
☐ Ich habe Angst vor Überforderung
☐ Ich habe schlechte Erfahrungen gemacht
☐ Ich wünsche mir einen leichteren Zugang
Reflexion:
Welche Gefühle verbinde ich mit Bewegung?
Teil B: Mein Alltag
☐ Ich sitze viel
☐ Ich bewege mich wenig zwischendurch
☐ Ich vergesse Bewegung im Alltag
☐ Ich bin oft müde
☐ Ich habe wenig Routine
Reflexion:
Wo könnte Bewegung natürlich Platz finden?
Teil C: Mein Körper & Bewegung
☐ Bewegung tut mir grundsätzlich gut
☐ Ich bin danach entspannter
☐ Meine Verdauung profitiert
☐ Ich fühle mich beweglicher
☐ Ich brauche Geduld
Reflexion:
Welche Bewegungen tun mir gut?
Teil D: Meine neue Erlaubnis
Bitte vervollständigen Sie:
Ich erlaube mir, Bewegung …
Ich unterstütze meinen Körper durch Bewegung, indem …
11. Ein neuer innerer Leitsatz
Meine Bewegung darf leicht sein.
Jeder Schritt zählt.
12. Was Sie aus Modul 6 mitnehmen dürfen
- Bewegung ist Unterstützung, kein Zwang
- Regelmäßigkeit schlägt Intensität
- Alltag ist ausreichend
- Ruhe ist Teil der Bewegung
- Ihr Körper weiß, was guttut
Ausblick auf Modul 7
Im letzten Modul schauen wir gemeinsam zurück:
Was sich verändert hat, wie Sie das leichte Gefühl bewahren können und wie Ihr Weg nach diesen 7 Tagen aussehen darf – ohne Druck, aber mit Klarheit.

